Neuer Vorstand gewählt

Am 30. Oktober 2016 fand die jährliche ordentliche Mitgliederversammlung des Christopher Street Day Münster e.V. statt. Auf dem Programm stand auch die Wahl eines neuen Vorstandes für das Jahr 2017.

Der CSD Münster e.V. blickt auf ein erfolgreiches Jahr mit vielen gelungenen Veranstaltungen zurück. Zum ersten Mal fanden die Pride Weeks über drei Wochen statt. Dadurch konnten die einzelnen Events mehr Besucher_innen anziehen als in den letzten Jahren. Auch an der Demo am 27. August nahmen mehr Menschen teil. Wichtige Unterstützung bekam der Verein durch die Zusammenarbeit mit der Ausstellung Homosexualität_en des LWL Museums Münster.

In den Vorstand wurden

Norman Devantier (CSD Mitglied seit 2014)

Tobias Gehre (CSD Mitglied seid 2014)

Silke Gronhoff (CSD Mitglied seit 2014)

Alina Kavermann (CSD Mitglied seit 2016) und

Andreas Sahner (CSD Mitglied seit 2015) gewählt.

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Foto (v.l.n.r.): Tobias Gehre, Alina Kavermann, Norman Devantier, Silke Gronhoff und Andreas Sahner

Mit Alina Kavermann tritt ein neues und junges Mitglied in den Vorstand. Sie möchte bei ihrer Arbeit vor allem die Belange und Probleme von Jugendlichen in den Mittelpunkt stellen. Ihre vier Kolleg_innen waren bereits im letzten Vorstand tätig und werden ihre Erfahrungen in die Planung des neuen CSD einbringen.

Die Planung für den CSD 2017, die von allen Mitgliedern des Vereins ehrenamtlich geleistet werden, beginnt bereits im November.

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Two hearts in ten bands & Box in the Attic – Doppelkonzert am 19.August um 21 Uhr im Hot Jazz Club

 

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Two Hearts in Ten Bands – Heartpop (Osnabrück): 

Herzlich geht’s bei Two Hearts in Ten Bands zu: „Heartpop“ nennen sie ihre Musik – und meinen damit sowohl ihren Stil als auch ihr Anliegen. „Revolutionary Heart“ heißt passender Weise ihr Album und die Songs der Osnabrücker Zwillingsschwestern Sarah und Sina Steinbrecher erzählen von einem eindrücklich erlebten Leben, von Höhenflügen und Rückschlägen, von Ängsten und ungebrochenem Lebensmut.
Vocals: Sarah Steinbrecher, Vocals & Guitar: Sina Steinbrecher, E-Guitar: Katrin Remmert, Bass: Raphael Rahe, Drums: Christian Riesenbeck
www.twoheartsintenbands.de
www.fb.com/twoheartsintenbands
www.youtube.com/twoheartsintenbands

 

Box in the Attic – Funk, Soul, Disco, Offbeat (Münster):

Funk, Soul, Disco, Offbeat – das Soundspektrum von Box in the Attic rund um die queere Sängerin Caro Kuri kennt kaum Grenzen. Die vielschichtigen Songs sind extrem groovy und tanzbar. Das zweite Studio Album der Münsterschen Band ist gerade erschienen. „Make it right“ heißt es – und darum geht es auch in den Songs: So handelt der Song „Just Love“ von der Diskriminierung nicht-heterosexueller Menschen durch religiöse Fanatiker*innen und davon, sich von diesem Hass nicht infizieren zu lassen. Weniger hassen, mehr lassen!

Vocals: Caro Kuri, Keys: Kai Keys, Guitar: Marco Stallmann, Bass: Rene Radke, Drums: Manuel Bracker, Sax: Edzer Pebesma
www.fb.com/boxintheattic
www.youtube.com/boxintheattic

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Freitag, 19.8.2016

Einlass: 20:00 Uhr

Konzerte: 21:00 Uhr

Eintritt: 14 Euro

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Pride Weeks: Open Stage im Alter Ego

Auch in diesem Jahr starten wir wieder mit unserer CSD Open Stage 2016 durch – getreu unserem Motto „Stellt Euch quer!“ Ihr wolltet schon immer mal auf einer Bühne stehen und euer Talent zeigen? Dann seid ihr hier genau richtig. Ob Gesang, Poetry oder Comedy… ganz egal, Hauptsache, ihr habt Spaß dabei. Und wer nach der Open Stage noch nicht genug hat, kann zu coolen Rhythmen von DJ Philli Con Carne noch das Tanzbein schwingen.

Ort: Alter Ego, Bergstraße 30a
Datum: 12.08.2016
Uhrzeit: 20 Uhr

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Eröffnung der Pride Weeks 2016: Flaggenhissung vor dem Stadthaus 1

HT8_1151Am Samstag, 6. August, begannen die Pride Weeks der LSBTI*-Community Münster. Wie jedes Jahr wurde das dreiwöchige Kulturfest, das am 27. August mit dem Christopher Street Day seinen Höhepunkt findet, mit der Hissung der Regenbogenflagge vor dem Stadthaus I eröffnet. Die Veranstaltung wurde gemeinsam  vom CSD Münster e.V. und dem KCM Schwulenzentrum e.V. organisiert. In einem Grußwort wies der Vorsitzende des Gleichstellungsausschusses der Stadt, Richard Halberstadt, stellvertretend für den CSD-Schirmherren OB Markus Lewe, darauf hin, dass Münster eine weltoffene Stadt sei und sich bereits seit Jahrzehnten für die Gleichstellung aller sexuellen Orientierungen und geschlechtlichen Identitäten engagiere. Alexander Verhoeven ermutigte alle Jugendlichen für ihr Coming Out, indem er von seinen persönlichen Erfahrungen berichtete.

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Besonders habe es ihm geholfen, im LSBTI*-Jugendtreff TRACK Jugendliche mit ähnlichen Problemen kennenlernen zu dürfen. KCM-Vorstandsvorsitzender Stefan Schmidt zitierte aus einer Studie, nach der 40% der Befragten es eklig fänden, wenn Homosexuelle sich öffentlich küssen. Dagegen helfe es nur, sich nicht zu verstecken, sondern in der Öffentlichkeit sichtbar zu sein und auf den eigenen Rechten zu bestehen. Andreas Sahner vom CSD Münster e.V. stellte sich gegen Diskriminierungen innerhalb der LSBTI*-Community. Nur wenn die Bewegung zusammenstehe, könne sie Gleichberechtigung verwirklichen. Die Pride Weeks seien eine gute Gelegenheit, Neues kennenzulernen und eigene Erfahrungen zu bereichern.Bis zum Christopher Street Day wird die Regenbogenflagge als Zeichen von Gleichberechtigung und Solidarität zwischen Stadt und Community vor dem Stadthaus wehen.

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Hello Summer Party am 16.07.16 im KCM

Die Nächte werden kürzer, die Partys länger. Der Sommer ist da und das wird gefeiert! Der Christopher Street Day Münster e.V. lädt gemeinsam mit LiVas und dem KCM zur Hello Summer Party am 16. Juli 2016 ein. Ab 22:00 Uhr wird am Hawerkamp zu elektronischen Beats getanzt, geflirtet und getrunken. Jeder Mensch ist willkommen! Es erwarte euch einige Specials, lasst Euch überraschen!

Feiert mit uns das Warm Up zu den Pride Weeks 2016.

// Ort: KCM Schwulenzentrum Münster, Am Hawerkamp 31
// Datum: 16.07.2016
// Uhrzeit: 22 Uhr
// Eintritt: 4 €

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Stellt euch quer! Das Motto des CSD Münster 2016

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„Stellt euch quer“ spricht ein Gefühl an, welches den CSD Münster e.V. schon immer vor anderen Prides ausgezeichnet hat: Ein politisches Bewusstsein. Dass der CSD in Münster keine Parade hat wie andere Städte, ist keine Schwäche, sondern eine Stärke. Der CSD Münster ist vielfältig und er möchte allen Menschen die Möglichkeit geben, ihre Stimme gegen Diskriminierung, Ausgrenzung, Homo-, Trans*- und Inter*phobie zu erheben.

Es gibt viele Situationen, die Empörung verdienen. Die letzten Landtagswahlen haben etwas gezeigt, das sich nicht mehr leugnen lässt: ein nennenswerter Teil der Bevölkerung denkt offen rechtsextrem oder unterstützt eine Partei, die sich offen gegen demokratische Grundwerte stellt. Der öffentliche Diskurs ist keine gemeinsame Erörterung von Fakten mehr, sondern Meinungsfreiheit wird teilweise missbraucht, um Fakten zu ignorieren und andere niederschreien zu können. Dabei hat sich ein Denken in Feindbildern eingeschlichen, das es viele Jahre nicht mehr gegeben hat – „Wir gegen die!“

„Die“ sind dabei meistens diejenigen, die sich nicht wehren können, weil man nur über sie redet, aber nicht mit ihnen. Das beherrschende Thema dieses Jahres ist ohne Zweifel der Zuzug von geflüchteten Menschen aus allen Krisen- und Kriegsgebieten der Welt. Medial spricht man von der „Flüchtlingskrise“.

Wir wissen jedoch, dass es sich hierbei nicht um eine Krise durch Geflüchtete handelt, sondern um ein Organisationsproblem der Versorgung und Unterbringung seitens des Regierung. Wer jedoch von einer „Flüchtlingskrise“ redet, schiebt die Verursachung der Probleme auf diejenigen ab, die Hilfe benötigen und eine der schlimmsten Zeiten ihres Lebens durchmachen. Dagegen stellen wir uns quer!

Ein Schwerpunkt des CSD Münster wird in diesem Jahr bei diesem Thema liegen. Der CSD Münster möchte sich mit Geflüchteten solidarisieren und den Blick auf mehrdimensionale Diskriminierungsstrukturen in der Gesellschaft richten. Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit richtet sich nicht nur gegen eine bestimmte Gruppe, sondern betrifft alle Menschen, die nicht einer vermeintlichen Norm entsprechen. Wer sich gegen Homo-, Trans* und Inter*phobie engagieren möchte, darf den Blick nicht für den vorherrschenden Rassismus in der Gesellschaft verlieren.

Solidarität zeigt sich nicht zuletzt auf der Straße, und dafür wird die CSDemo in diesem Jahr die beste Gelegenheit sein. Als erste Pride Veranstaltung in Deutschland hat der CSD Münster die „Queer Refugees for CSD“ eingeladen. Diese Gruppe wird den CSD in Münster in diesem Jahr unterstützen, um auf die Probleme von queeren Geflüchteten in Deutschland und auf die Situation von LSBTIQ*-Menschen in anderen Ländern aufmerksam zu machen.

Wenn ein Teil der Gesellschaft nach rechts rückt, kann der andere Teil folgen oder es droht die Gefahr, dass die Gesellschaft irgendwann zerreißt. Auch hiergegen stellt sich der CSD Münster quer! Dies machen wir, indem wir zeigen, dass Vielfalt keine Gefahr für die Gesellschaft ist, sondern eine Bereicherung für das soziale Miteinander in Münster und weltweit.

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Wir zeigen Homo – und Trans*phobie die #RoteKarte!“ – Internationaler Tag gegen Homo – und Trans*phobie in Münster

Am 17.5. 1990 beschloss die Weltgesundheitsorganisation, Homosexualität von der Liste der psychischen Krankheiten zu streichen und bis 1994 bestrafte der §175 des deutschen Strafgesetzbuchs sexuelle Handlungen unter Männern.* Über 50.000 mal wurde der Paragraph angewandt, in vielen Fällen zerstörten die Urteile ganze Existenzen und stigmatisierten die Opfer als „175er“. Zur Erinnerung an diese Vergangenheit und als Aufforderung, in Zukunft gegen Diskriminierung und Ausgrenzung zu kämpfen, wird der Internationale Tag gegen Homo – und Trans*phobie (IDAHOT*) jedes Jahr am 17.5. gefeiert.

Der CSD Münster e.V. beteiligte sich anlässlich des Gedenktages in Kooperation mit vielen Vereinen und Einrichtungen der LSBTIQ*-Community Münsters wie der Aids-Hilfe Münster e. V., LiVas e.V. und dem LSBTI- Jugendtreff Track! e.V. an den NRWweiten Aktionen „Zeig Homo und Trans*phobie die Rote Karte“ und „Bunte Farbe gegen Vorurteile“ der Fachberatungsstelle „gerne anders!“ und der Kampagne „anders und gleich –  Nur Respekt Wirkt“.

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Menschen konnten auf Fotos eine rote Karte in die Kamera halten und diese mit einem Statement gegen Diskriminierung und dem Hashtag #RoteKarte in den sozialen Netzwerken posten.

 

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Weniger virtuell ging es bei der zweiten Aktion zu: Hierbei wurden Vorurteile gegen Lesben, Schwule, bisexuelle sowie Inter* und Trans* Menschen gesammelt, um sie als solche zu entlarven und mit anschließend mit Farbe zu übermalen.

 

Von 11 bis 18 Uhr sprachen der CSD Münster e.V. und die Vereine der Community an ihrem Stand vor dem Stadthaus I mit Menschen und klärten über die Ziele der Kampagne auf. Dabei konnten über 100 Fotos von Passant*innen mit der roten Karte gesammelt werden.Um 17.05 Uhr fand schließlich eine Kundgebung vor dem Stadthaus I statt. Bürgermeister Gerhard Joksch rief in seinem Grußwort im Namen der Stadt Münster dazu auf, Homo – und Trans*phobie entschieden entgegenzutreten. Jede*r solle Mut aufbringen, denn „dabei geht es um Menschenrechte und die Freiheit des Individuums, das geht uns alle an.“Für den CSD Münster e.V. sprach Andreas Sahner anschließend über aktuelle Problemfelder von Diskriminierung.

 

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Passend zum Motto ging es dabei vor allem um Homo- und Trans*phobie im Sport. Für Sportler*innen stellt ein Coming -Out oft ein Karriererisiko dar. So ist „Schwule Sau“ ist immer noch eines der beliebtesten Schimpfworte im Fußballstadion. Die Probleme von Inter* und Trans* Personen sind hingegen oft noch nicht einmal im öffentlichen Bewusstsein. So werden Inter* Menschen von Sportwettbewerben ausgeschlossen. Für viele Inter* und Trans* Menschen fällt schon die Wahl eines Teams schwer. Dies wird sich nicht ändern, solange die Verbände und Vereine starr daran festhalten, dass sportliche Leistungen nur bei der strikten Unterteilung in nur männliche und nur weibliche Teams abgebildet werden können. Der richtige Weg, gegen Homo- und Trans*phobie vorzugehen, muss darin bestehen, sich zu informieren, mit Menschen zu reden, damit Ängste und Vorurteile verloren gehen und neue Lösungen gemeinsam gefunden werden können. Dabei ist es immer wieder notwendig, gegen Ausgrenzung und Diskriminierung die Stimme zu erheben.

 

Aber auch abseits von Sport und Vereinen gibt es noch zu viel Diskriminierung: So die Tatsache, dass Transidentiät noch immer als psychische Störung geführt wird oder die nach §175 verurteilten Personen noch immer keine gesetzliche Rehabilitation erfahren haben. Der CSD Münster e.V. fordert hier die Streichung von „Transsexualität“ als Geschlechtsidentitätsstörung im ICD-10 (F64.0) und eine Entschädigung der Opfer, die nach § 175 verurteilt wurden.
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Zum Abschluss der Veranstaltung wurde ein gemeinsames Foto aller Demonstrant*innen mit der roten Karte aufgenommen und die Vorurteile auf der Leinwand mit bunten Farben zur Unkenntlichkeit übermalt und so ein starkes Zeichen für eine offene Gesellschaft ohne Diskriminierung aufgrund der sexuellen oder geschlechtlichen Identität gesetzt.
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Fussnote: Zur Strafverfolgung nach Paragraph 175

 

*Es sei darauf verwiesen, dass lesbische Frauen  zwar unter dem § 175 keine offizielle Strafverfolgung zu befürchten hatten, sexuelle Handlungen unter Frauen jedoch zumindest in der NS-Zeit ebenso geahndet und lesbische Frauen teilweise in Konzentrationslager geschickt wurden. Auch nach der NS-Zeit waren sie wie schwule Männer einer gesellschaftlichen Ächtung ausgesetzt.
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Deutsche Bahn lenkt ein: Homosexualität_en Plakat nun doch am Münsteraner HBF zu sehen

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Wir als Vorstand des CSD Münster e.V. begrüßen die Entscheidung der Deutschen Bahn AG, die sich nach einer erneuten Prüfung nun doch dazu entschlossen hat, das Plakat der Sonderausstellung „Homosexualität_en“ des LWL Museums für Kunst und Kultur Münster für etwaige Werbeflächen im Münsteraner HBF freizugeben. Wir werten die Entscheidung der Deutschen Bahn auch als eine Reaktion auf unseren Offenen Brief, der sicherlich dazu beigetragen hat, dass die Presse und Stadtgesellschaft auf diese übertriebene Maßnahme aufmerksam wird. Das Fachreferat Media & Buch der Deutschen Bahn AG, welches für die Genehmigung von Werbung in Bahnhöfen zuständig ist, hatte zuvor das Plakat als „sexistisch“ und „sexualisiert“ eingestuft und von der Freigabe der Werbeflächen in Bahnhöfen abgeraten.

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Das Plakat der Sonderausstellung „Homosexualität_en“, die ab dem 13. Mai im LWL Museum in Münster zu sehen sein wird.

Wie wir bereits in einem offenen Brief an die Deutsche Bahn AG ausgesagt haben, teilen wir diese Einschätzung nicht; ist es doch gerade die bewusste Inszenierung vermeintlich vorherrschender Geschlechternormen, die durch die Darstellung in Frage gestellt werden. Der_die auf dem Plakat abgebildete Künstler_in Heather Cassils repräsentiert diverse Formen sexueller und geschlechtlicher Identität und öffnet normative Vorstellungen darüber, was Sexualität und Geschlecht zu sein scheint. Er_sie entlarvt die vermeintliche Natürlichkeit durch eine selbstermächtigende Aufladung geschlechlicher und sexueller Symbole und stellt sie in einen neuen Kontext. Das Plakat kann hierdurch vielmehr selbst als Kunst betrachtet werden; kommt doch eine empowernde und emanzipative Wirkung zum Tragen: Es zeigt ein Auflehnen gegenüber gesellschaftlichen Zwängen und kann die Betrachtenden dazu ermutigen, über nomative Vorstellungen von Sexualität und Geschlecht nachzudenken und ihre eigene Identität unabhängig und frei zu leben.

 

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Offener Brief an die Deutsche Bahn AG / das Fachreferat Media & Buch zum Werbeverbot der „Homosexualität_en“ Sonderausstellung des LWL – Museums für Kunst und Kultur im Münsteraner HBF

Mit Bedauern mussten wir einer am 5. Mai 2016 veröffentlichten Meldung auf http://www.queer.de entnehmen, dass die Deutsche Bahn AG sich weigert, die Ausstellung „Homosexualität_en“, die gemeinsam vom LWL- Museum für Kunst und Kultur und dem Schwulen Museum* ab dem 13. Mai 2016 in Münster gezeigt wird, in ihren Bahnhöfen zu bewerben. Dem Bericht zufolge wurde die Ablehnung mit der Aussage begründet, die Werbung sei „sexuell, sexistisch und sexualisiert“.

Wir als CSD Münster e.V. können diese Begründung nicht nachvollziehen. Wir fordern die Deutsche Bahn AG auf, die Ausstellung durch das Aushängen der Plakate zu unterstützen und hierdurch einen Beitrag für eine offene, aufgeklärte Gesellschaft zu leisten sowie Respekt gegenüber Menschen zu zeigen, die sich gegen heterosexuelle Normen und Normerwartungen stellen und hierdurch ihren eigenen Entwurf von persönlichem Glück und eigener Identität verwirklicht sehen.

Das Plakat zur Ausstellung zeigt ein Foto des_der kanadischen Künstlers_in und Bodybuilders_in Heather Cassils. Auf diesem Foto zeigt sie_er seinen trainierten, muskulösen Körper; dazu trägt sie_er roten Lippenstift. Cassils Anspruch ist es, aus dem eigenen Körper ein Kunstwerk zu machen. So vereint sie_er „typisch“ männliche Charakteristika mit „typisch“ weiblichen Attributen und stellt so die Aussagekraft solcher Beschreibungen in Frage. Wie aus Interviews mit dem_der Künstler_in zu entnehmen ist, geht es ihr_ihm um eine selbstbestimmte Inszenierung des eigenen Körpers abseits jeglicher Geschlechternormen. Der „Spiegel“ zitiert Cassils mit den Worten: „Ich lehne die Idee ab, dass man als Mann oder Frau werben muss.“ Diese Botschaft sendet auch das Plakat der Ausstellung „Homosexualität_en“ aus.

Wir können hier keine sexistische Werbung erkennen. Kennzeichnend für sexistische Werbung ist, dass sie gezielt Geschlechterklischees einsetzt, die Personen exklusiv auf bestimmte Attribute festschreibt, herabwürdigt und sie gegenüber anderen Geschlechtern diskriminiert. Sexistische Werbung begreift Menschen nicht als Individuen, als Persönlichkeiten, sondern als reine Repräsentant_innen von Geschlechtererwartungen. Sie sollen Reize wecken und nicht weiter stören. Cassils möchte aber das Gegenteil von diesen Zielen erreichen. Ihr_ihm geht es darum, Klischees als die Lüge zu entlarven, die weiter vorgibt, sie sei nur natürlich. So gelingt es ihr_ihm, Symbole selbstständig mit Bedeutung aufzuladen und in einen neuen Kontext zu stellen. Dadurch erreicht sie_er das, was sexistische Werbung niemals könnte: Emanzipation von gesellschaftlichen Zwängen und Selbstermächtigung. Das Plakat strahlt Selbstbewusstsein aus, es regt zum Nachdenken über den Ursprung von Geschlechterrollen an und ermutigt, Identitäten autonom zu gestalten. Dadurch übersteigt es die Werbung und wird selbst zur Kunst.

Natürlich soll das Plakat durch die Darstellung des nackten Körpers auch die Sinne ansprechen. Aber ist eine Reduzierung der Darstellung eines selbstbewussten, schönen und stolzen Menschen auf seine Nacktheit nicht selbst ein sexistischer Fehlschluss?
Wir hoffen, dass die Deutsche Bahn AG ihre Haltung zu dem Plakat überdenkt und die Ausstellung des LWL Museums Münster bewirbt. Dadurch leistet sie einen Beitrag für Offenheit und Respekt für die LSBTIQ*-Community. Wir möchten darauf hinweisen, welche Bedeutung die Ausstellung für Münsters Community hat. In Münster fand am 29. April 1972 die erste bundesdeutsche Homosexuellendemo statt. Seitdem ist aus einer diskriminierten und marginalisierten Subkultur ein wichtiger Teil der Gesellschaft geworden, der das öffentliche Leben in Münster mitgestaltet und bereichert, der Veränderungen anstößt und sich für Offenheit einsetzt. Längst umfasst die Szene dabei nicht nur Homosexuelle, sondern auch Bisexuelle, Transgender, Intersexuelle und Queers*. Das schönste Zeichen dieser Entwicklung ist, dass die verschiedenen Vereine und Institutionen einmal im Jahr gemeinsam die Pride Weeks veranstalten und zusammen den Christopher Street Day feiern. Und auch wenn sich die persönliche und rechtliche Situation vieler Menschen deutlich gebessert hat, ist es noch ein langer Weg bis zu vollem gegenseitigem Respekt. Wer versucht, abseits von heterosexuellen Normen oder dem klassischen binären Geschlechtsdenken sein Leben autonom zu gestalten, stößt immer noch auf Widerstand. Die Ausstellung “Homosexualität_en” kann Menschen helfen, es leichter zu haben, indem sie das Bewusstsein für ein Recht auf diverse Lebensentwürfe und Identitäten weckt und die LSBTIQ*-Community in ihrer ganzen Vielfalt abbildet. Die Community freut sich auf die Ausstellung, arbeitet mit den Veranstalter_innen zusammen. Viele Menschen konnten sogar an der Gestaltung mitwirken.
Wir bitten Sie, diese Arbeit zu unterstützen und zu würdigen, indem Sie die Ausstellung bewerben. Wir hoffen sehr, dass wir auf Sie zählen können.

Mit freundlichen Grüßen

Lydia Dietrich und Andreas Sahner für den CSD Münster e.V. Vorstand

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CSD Münster Frühjahrsempfang 2016

Am 16. April 2016 fand der zweite Frühjahrsempfang unseres Vereins in Münster statt. Zu diesem Anlass haben wir in den Raum Münster im Turm der Westfalen AG eingeladen. Zahlreiche Vertreter*innen von Stadt und Stadtgesellschaft, Vereinsmitglieder und Unterstützer*innen sind der Einladung gefolgt, um gemeinsam mit uns auf das letzte Jahr zurückzublicken und sich auf die kommende Pride-Saison vorzubereiten.

Für die Möglichkeit, den Raum Münster mit seinem Ausblick über die Dächer Münsters nutzen zu können, bedankten wir uns zunächst bei der Westfalen AG.

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Renate Fritsch-Albert, Mitglied der Geschäftsleitung der Westfalen AG

Renate Fritsch-Albert, Mitglied der Geschäftsleitung, begründete das Engagement für die Belange der LSBTIQ*-Community in ihrem Grußwort mit einem Augenzwinkern: „Die Produkte unseres Hauses wie Benzin, Strom oder Gas mögen vielleicht nicht sexy sein, aber durch unsere Offenheit in Richtung Vielfalt können wir sie sexy machen!“

Aber auch durch die Politik erhielten wir große Unterstützung. Bürgermeisterin Wendela-Beate Vilhjalmsson wies darauf hin, wie wichtig es ist, gemeinsam gegen Rechtspopulismus, Homo- und Trans*phobie auf- und für eine vielfältige und bunte Gesellschaft einzustehen. Und Christoph Strässer, Bundestagsabgeordneter aus Münster und ehemaliger Beauftragter der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und humanitäre Hilfe, versprach seinen Einsatz für eine Gesetzesinitiative des Bundesrats zur Öffnung der Ehe für alle Menschen, unabhängig von sexueller Orientierung oder geschlechtlicher Identität.

 

Für den Vorstand unseres Vereins konnte Andreas Sahner in seiner Rede zunächst auf ein erfolgreiches Jahr 2015 zurückblicken.

CSD Münster Vorstandsmitglied Andreas Sahner

CSD Münster Vorstandsmitglied Andreas Sahner

Das Motto „BeKenntnis: Vielfalt“ war Inspiration für viele schöne, informative und unterhaltsame Veranstaltungen der LSBTIQ*-Community Münsters während der Pride Weeks und des Christopher Street Day am 29.8.2015. Weil sich zu Vielfalt nur bekennen kann, wer Vielfalt auch wirklich kennt, haben wir als CSD Verein viele Möglichkeiten der Begegnung, des Kennenlernens und der Information veranstaltet, um Respekt für die verschiedenen Lebensentwürfe von Menschen zu verwirklichen. Im Namen des Vorstandes bedankte sich Andreas Sahner bei allen Unterstützer*innen aus Stadt, Stadtgesellschaft und Politik, sowie den vielen ehrenamtlichen Helfer*innen, ohne die der CSD nicht möglich gewesen wäre.

Nach dem Rückblick auf das Jahr 2015 wurde das Motto des CSD Münster 2016 vorgestellt: „Stellt euch quer!“ Damit wenden wir uns als CSD Münster e.V. in diesem Jahr gegen den Rechtsruck von Teilen der Gesellschaft und die Versuche, Stimmung gegen Minderheiten zu machen. Hiervon sind auch Menschen betroffen, die nicht der heterosexuellen Norm entsprechen und denen vorgeworfen wird, sie gefährdeten die Zukunft von „Familie und Staat“. Dass in Regenbogenfamilien längst Verantwortung gemeinsam geteilt wird und dass die Selbstbestimmung von Menschen keine Gefahr für das Glück anderer Menschen ist, spielt dabei keine Rolle.

Als CSD Münster e.V. möchten wir denen eine Stimme geben, die man in der öffentlichen Diskussion nicht hört, weil nur über sie gesprochen wird und nicht mit ihnen. Daher werden in diesem Jahr zum ersten Mal die Queer Refugees for CSD teilnehmen und über die Situation queerer Geflüchteter in Deutschland und die Menschenrechtslage weltweit berichten. Ein Schwerpunkt unserer Arbeit wird daher darauf liegen, die geflüchteten Menschen in unserer bunten Gesellschaft willkommen zu heißen und ihnen neue Perspektiven im gemeinsamen Zusammenleben zu bieten. Wer sich gegen Homo- und Trans*phobie stellen möchte, muss auch gegen Rassismus die Stimme erheben.

Auch in diesem Jahr werden wir als CSD Münster e.V. bei vielen Aktionen für Akzeptanz und Respekt auftreten. So feiern wir am 17.5.2016 gemeinsam mit den LSBTIQ*-Vereinen und Einrichtungen Münsters vor dem Stadthaus I den Internationalen Tag gegen Homo- und Transphobie mit einer Kundgebung ab 17 Uhr.

Unsere Pride-Weeks beginnen mit der traditionellen Hissung der Regenbogenflagge vor dem Stadthaus I am 6.8.2016 um 12 Uhr. Höhepunkt wird der Christopher Street Day am 27.8.2016 mit der CSDemo durch die Innenstadt und dem Kulturfest im Innenhof des Rathauses sein.

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V.l.n.r: Lydia Dietrich (Vorstand CSD Münster e.V., Presse- und Öffentlichkeitsarbeit), Norman Devantier (Vorstand CSD Münster e.V., Team und Helfer_innen), Wendela-Beate Vilhjalmsson (Bürgermeisterin der Stadt Münster), Silke Gronhoff (Vorstand CSD Münster e.V., Finanzen), Tobias Gehre (Vorstand CSD Münster e.V., Veranstaltungen), Renate Fritsch-Albert (Mitglied der Westfalen AG, Geschäftsführung) und Andreas Sahner (Vorstand CSD Münster e.V., Presse- und Öffentlichkeitsarbeit)

 

 

 

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